Freifunk-Serie (1): Was ist Freifunk?

Logo von Freifunk.netSeit einiger Zeit engagiere ich mich bei Freifunk Mainz. Ich möchte in den nächsten Tagen mal ein Stück weit über Freifunk berichten: Was das Ziel von Freifunk ist, wie es funktioniert, wie man sich einbringen kann usw.
Mal schauen, wie viele Teile die Serie schlussendlich haben wird – ich schreibe einfach mal drauf los.

Im ersten Teil, also diesem Beitrag, geht’s darum, was Freifunk überhaupt ist.

Definition

Eine Definition von Freifunk könnte sein, dass Freifunk ein Projekt ist, welches sich zum Ziel gesetzt hat, ein freies und offenes WLAN-Netz zu schaffen. Dieses WLAN-Netz soll auch an das Internet angebunden sein.
Für die Freifunk-Nerds ist die Schaffung des WLAN-Netzes sicherlich der primäre Punkt, für andere steht widerum der WLAN-Hotspot und dem damit verbundenen Zugang zum Internet im Vordergrund. Die Wahrheit liegt meiner Meinung nach irgendwo in der Mitte, aber um Freifunk in der Bevölkerung ordentlich zu verbreiten, ist sicherlich der Zugang zum Internet in den Mittelpunkt zu stellen.
Daneben ist aber auch noch der soziale Aspekt zu sehen: Die Verhinderung der digitalen Spaltung – also, denjenigen Menschen, die sich einen Internetzugang nicht leisten können oder in einer Region ohne Breitbandzugang leben, einen Zugang zum Internet zu ermöglichen.
Schlussendlich ist Freifunk immer ein Bürgernetz – von Bürger für Bürger.

Ursprung & Entstehung

Freifunk hat seinen Ursprung im Jahr 2003 in Berlin. Damals gab es große Schwierigkeiten in Ost-Berlin einen DSL-Anschluss zu erhalten. Die Telekom hatte nach der Wiedervereinigung modernes Glasfaser, was nicht für die entsprechende Bandbreite ausgelegt war, verlegt. So kam auch die Idee über Richtfunkstrecken schnelles Internet auch in den Ostteil Berlins zu bringen.
Mittlerweile ist man in Berlin so weit, dass auf Rathäusern Richtfunkantennen stehen und z.B. fördert die Medienzentrale Berlin-Brandenburg die Aufbau eines Backbone-Netzes mit 30.000 Euro.

Verbreitung

Gegenwärtig gibt es bundesweit etwa 80 Freifunk-Communitys, die das Freifunk-Netz lokal – und somit auch dezentral – organisieren. In der Regel gibt es in jeder Großstadt eine Community – wenn nicht, dann gibt es durchaus die Möglichkeit, sich bei der nächstgelegenen zu melden und sich dort einzuklinken.
In Mainz gibts Freifunk seit 2009. Im Jahr 2013 wurde auch der Verein „Freifunk Mainz e.V.“ gegründet. Momentan hat der Verein um die 20 Mitglieder.

Funktionsweise

Auf den dafür notwendigen WLAN-Routern wird eine spezielle Firmware basierend auf OpenWRT-Projekt installiert.
Idealerweise verbinden sich die WLAN-Router zunächst erst einmal alle direkt (im Freifunk-deutsch heißt das „vermeshen“). Das kann sowohl über den normalen Weg (ein Router steht in der Nähe eines anderen)  als auch über Richtfunk geschehen.
Jeder Router kann auch direkt mit dem Internet verbunden werden. Die Internetverbindung läuft dann zunächst über ein Gate. Dieses Gate baut in der Regel eine VPN-Verbindung zu einem Server in Schweden auf, der dann den Datenverkehr ins Internet leitet. Dadurch wird die Störerhaftung umgangen.

Ein Teil des Freifunk-Kultes ist natürlich auch, dass man sich stärkere Antennen – egal ob Rundstrahl- oder Richtfunkantenne – selbst bastelt. Bei den Treffen der Freifunk-Communitys gibt es hin und wieder Workshops dazu. Aber auch bei YouTube findet man ein paar schöne Anleitung dazu, so wie z.B. hier.

Und sonst?

Hier gibt es ein schönes Image-Video für Freifunk:

Eine YouTube-Playlist mit Veranstaltung zu Freifunk in Berlin aus dem Jahr 2010 findet ihr hier. Dort wird detailliert auf das Freifunk-Projekt eingegangen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.